Die Altersreform 2020 sei «solidarisch und gerecht’», heisst es. Doch stimmt diese Aussage auch? Im Gegenteil! Denn die 70 Franken mehr aus der AHV erhalten Sie nur, sofern Sie noch keine Rente beziehen. Das heisst, wenn Sie heute schon pensioniert sind, erhalten Sie keine 70 Franken zusätzliche AHV, müssen aber mehr Mwst-Prozente bezahlen. Somit schafft diese Reform eine Zweiklassen-Rentengesellschaft, welche die Solidarität des Sozialsystems grundsätzlich in Frage stellt.

Nebst den jetzigen Rentnern zahlen auch die Jungen die Zeche. Durch die demografische Entwicklung zahlen immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentnern ihren wohlverdienten Ruhestand, was aber die Ungewissheit birgt, ob sie selber je eine Rente erhalten werden. Aber auch die 45- bis 65-Jährigen, die auf den ersten Blick von der Reform durch Besitzstandgarantie und zusätzlichen 70 Franken AHV profitieren, verlieren in der Realität. Die Frauen müssen 1 Jahr länger arbeiten, und statt das Geld für die Sanierung der Altersvorsorge zu verwenden, wird es im Giesskannenprinzip umverteilt.

Dadurch schreibt die AHV schon 2027 wieder rote Zahlen und nach 2035 fährt sie jährlich 7 Milliarden Franken (!) Verlust ein. Dass spätestens dann alle zur Kasse gebeten werden, ist selbstredend. Diese Reform können Sie sich wie einen Brandbeschleuniger vorstellen – statt das Feuer zu löschen, wird es weiter entfacht.

Noch sind 10 Jahre Zeit, um eine echte Reform zu erarbeiten, welche unser Vorsorgesystem langfristig sichert. Sagen Sie deshalb 2x NEIN (Vorlagen Nrn. 2 + 3) zu dieser Scheinreform, die nur Verlierer hervorbringt und die Zukunft der Altersvorsorge gefährdet!

oberli roman

Roman Oberli, Einwohnerrat SVP