Sind Sie bereit, eine Steuererhöhung von gegen 5 % hinzunehmen, um das Bruderholzspital zu behalten? Dies wäre die logische Folge eines Ja zur BHS-Initiative am 21. Mai. Davon wird von den Initianten nichts erwähnt. Das BHS hat seit längerem schon keine Daseinsberechtigung mehr. Bereits 2008 sagte ein CEO einer grossen Basler Krankenkasse, dass das BHS ersatzlos gestrichen werden könne! Warum dies? Wo auf der Welt existiert eine solche Spitaldichte wie in unserer Region? 27 Spitäler und Kliniken gibt es in der Nordwestschweiz. Die Denkweise der Initianten ist etwas antiquiert, da es heute nicht mehr darum geht, in Kantonsgrenzen zu denken, sondern über diese hinaus. Sogar regionale Planung ist gefragt! Es ist nicht mehr möglich, überall alles zu erhalten, ohne tiefer in die Tasche zu greifen. Es braucht in der Schweiz nicht an jeder Autobahnausfahrt ein Spital! Aus diesen Gründen ist man schon länger dazu übergegangen, in den einzelnen Kliniken Schwerpunkte zu bilden, um die Qualität möglichst hoch zu halten. Die Angst vor einer verminderten Grundversorgung ist absolut unberechtigt, denn diese ist gewährleistet. Weiter gehört die Grundversorgung zuerst dem Hausarzt und nicht auf die Notfallstation. Die Konsultation in einer Notfallstation ist ein Mehrfaches höher als beim Hausarzt. Leider arbeiten immer weniger Hausärzte auch nachts und schicken ihre Patienten dann lieber in die Notfallstation.

Die Initianten erwähnen immer wieder, dass die Grundversorgung im Unispital teurer ist als im BHS. Nicht alle der 40 % Baselbieter, die sich in der Stadt behandeln lassen, gehen ins Unispital, sondern viel häufiger in die Privatspitäler. Diese sind alle verpflichtet, allgemein versicherte Patienten aufzunehmen entgegen den Behauptungen des Präsidenten des Initiativkomitees. Ich meine, dass er sich im Gesundheitswesen nicht sonderlich gut auskennt. Trotzdem sollte er keine fake news verbreiten! Als Belegarzt an Basler Privatkliniken kann ich diese Aussage überhaupt nicht bestätigen.

Ein weiteres Faktum, das die Befürworter verschweigen, ist, dass das BHS, sofern die Initiative angenommen wird, noch für ca. 200 bis 300 Millionen Franken saniert werden müsste, um den Auftrag zu erfüllen. Weiter würde die Annahme der Initiative die Wahlfreiheit der Patienten einschränken, das von ihnen bevorzugte Spital aufzusuchen. Die Aussage, dass Arbeitsplätze verloren gehen, ist ebenfalls unbegründet, denn der Stellenmarkt im Gesundheitswesen ist dermassen ausgetrocknet, dass jede Person, die eine Stelle sucht, auch eine findet. Zudem haben wir sowieso sehr viele Ausländer (Pendler) im Gesundheitswesen.

Nützen wir die Gelegenheit, einen Meilenstein in der Spitalplanung zu setzen und freuen uns, dass die Gesundheitsdirektoren von Basel-Stadt und Baselland so gut zusammenarbeiten zum Wohl der Bevölkerung der beiden Kantone. Unterstützen wir sie mit einem klaren NEIN am 21. Mai.

haberthuer felix

Dr. med. Felix Haberthür, Binningen und Parteipräsident SVP